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Geschichten und Interessantes über Miskolc
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Interessantes
  • Miskolc, die Stadt der Superlative
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  • Die Töne von Miskolc
  • Brotbäcker, Brezelbäcker und Brötchenbäcker
    Szendrey János schreibt laut Angaben aus dem 18. Jahrhundert, dass die Stadt hinsichtlich Urproduktion von den Urzeiten an für zwei Produkte landesweit Berühmtheit errang: „mit dem Weizen, dem Weißbrot und Wein“. Dann setzt er an einer anderen Stelle fort: „bei Erörterung der Nahrungsmittelindustrie muss unsere volkstümliche Nahrungsmittelindustrie mit jahrhundertealter Vergangenheit unbedingt erwähnt werden und zwar an erster Stellen den auch in weit entfernten Gebieten berühmten Miskolcer Wecken und die diese backenden Marktweiber, die auf Schnur verkaufte Brezel und letztlich den Laczi- Braten, der aus Schwartenfleisch von Jungschweinen gebraten wird und mit frischem Weißwecken sehr beliebt auf Märkten ist.“
    Über den Verkauf des „in weit entfernten Gebieten“ berühmten Brotes gibt es sehr viele Angaben in den Abrechnungsbüchern. Die Abrechnungsbücher der Stadt Miskolc aus den Jahren 1678 - 1711 belegen, dass die in der Stadt ankommenden berühmten Personen nicht nur mit Brot bewirtet wurden, sie haben auch als Geschenk Brot bekommen.
    Probleme in der Brotversorgung gab es nur dann, wenn ziemlich viel Soldaten in der Stadt stationierten oder das Brot aus der Stadt in irgendein Lager geliefert werden musste. In solchen Fällen bat der Stadtrat jeweils 1 Brot aus jedem Haus abzugeben. Sollte sich dies als wenig erweisen, wurde von Backfrauen noch dazugekauft. Am 8. Dezember 1678 kam „Der Gnädige Herr General Leszlije mit Tabor herein“ und neben den in den Häusern gesammelten Broten kauften sie noch von Frau Gémes 3, von Frau Halasi 3, Frau Tereki 3 und vom Kleinhäusler Szeõcs Mátyás ebenfalls 3 Brote. Neben den Backfrauen arbeiteten auch Bäcker im 18. Jahrhundert in unserer Stadt, sie konnten jedoch noch keine größeren Mengen backen und diese schmeckten auch nicht so gut. Zu den Bäckern kam der Brötchenmeister András Tékus 1796 nach Miskolc und er wurde aufgenommen, weil die Stadt nur einen Brötchenbäcker hatte.
    Sámuel Benkõ schreibt im Jahre 1782: „unsere Brote werden zu besonderem Schmuck unseres Marktes und nicht nur, weil sie gut schmecken. Sie sind auch schön weiß und gut geformt. Unter den Broten, die im Lande auf dem Markt sind, zeichnen sich diese besonders aus. Nicht selten gibt es Frauen, die die Londoner Bäcker als Vorbild betrachten und ihre Brote mit Alaun verderben, um die Weißheit und Form ihrer Brote noch besser zu betonen.
    „Dies ist aber - schreibt er später - nicht nötig - da das schönere Geschlecht durch seine gegenseitigen Besuche gerne behilflich bei Haushaltsarbeit und Haushaltssorgen ist; das Brotbacken hat mit Recht einen guten Ruf, weil das Brot ausgezeichnet schmeckt und sein Form ausgezeichnet ist, es geht nämlich beim Kneten schön auf und hat eine hervorragende weiße Farbe.“
    Benkõ Sámuel fand in den Archivschriften des 18. Jahrhunderts. mehrere kleine Hinweise über Wecken-, Brötchen- und Strudelbacken. Im Jahre 1740 wird erwähnt: „Bei den unter den Schuppen ehrlicher Schneider-, Schuhmacher- und Flickschusterzünfte verkaufenden Leuten und Brotbäckerfrauen war man bislang gewohnt, das von ihnen einkassierte Geld zugunsten der Stadt zu verwenden.“ Im Vermögen von Tóth Istvánné  im Jahre 1766 - die vermutlich Brotbäckerfrau war - wurden 1 Mehlsieb, 1 Brotgitter, 1 Nudelbrett, 1 Backfetter, 2 Backtröge und 2 Backschaufeln angeführt. Karos István berichtet 1980, dass er an dem erwähnten Tage zu Frau S. Sopronyi Erzsébet ging (da diese immer Strudel für den Markt backt) und fragte, ob sie Strudel hat, worauf die Frau sagte: „Ja ich habe, sie sind gerade im Ofen, und als der Strudel gebacken war - legte sie dem Zeugen einen auf Tisch.“ Bei einem Streit zwischen Mann und Frau im Jahre 1788 sagt die Frau:  „.... durch einen großen Teil unserer Stadt lasse ich bezeugen, dass ich bei Kälte und Hitze mit dem Backen für den Markt und Gehen auf die Märkte Tag und Nacht nicht aufhöre, ich bin lieber diejenige, die ihrem Mann unterhält“. Im Jahre 1790 hätte für die vielen Soldaten in Miskolc, Diósgyõr und Arnót Brot gebacken werden müssen. Die deutschen Brötchenbäcker wollten sich auf verschiedene Gründe berufend nicht backen. Deshalb wurden „zwei vornehme Miskolcer Backfrauen“ aufgesucht, für die Soldaten die erwünschte Menge zu backen.
    Hinsichtlich Markt- und Messenbrote gibt es auch aus dem 19. Jahrhundert zahlreiche Überlieferungen. Interessant ist, dass fünf Bäckermeister und drei verwitwete Meisterfrauen 1836 in Buda einen Zunftbrief beantragten. Später wurde von der Zunftmitgliedschaft wegen der erheblichen Kosten abgesehen. Die Bäckermeister haben ihre Backwerkstatt Jahr für Jahr von Privatpersonen oder von der Stadt gemietet. In den Bauernhäusern gab es überall einen Backofen, aber auch die Stadtbeamten und Handwerker ließen ihre Dienstmädchen backen.  Die Brotmarktweiber backten wöchentlich manchmal mehrere Zentner Mehl zum Brot, das berühmte Brot wurde dann auf Märkten uns Messen verkauft. Am Anfang des 20. Jahrhunderts verkauften die Brotmarktweiber zwischen dem Sötétkapu (Dunklen Tor) und Zenepalota (Musikpalast) ihre Brote, sie waren jedoch auch auf den Weizenmessen dabei.  Über das berühmte Miskolcer Brot wurde sogar ein Vers gedichtet:

    „Miskolc, Debrecen, Komárom,
    Alle drei sollen Wecken und Brot backen ”

    Der Haselnussbaum in Diósgyõr
    Dessen Weg einst nach Diósgyõr führte, besichtigte auch den 600jährigen fünfzehn und halb Meter hohen Haselnussbaum. Er wurde auch auf Postkarten gezeigt. Im Jahre 1926 erschienen dann die Zeichen der Austrocknung, 1932 hatte er keine neuen Triebe mehr und trocknete endgültig aus. Seine Laubkrone wurde abgesägt, der Stamm blieb jedoch mit seiner 6 m Höhe stehen. Im Frühjahr 1935 wurde er dann bis zum Erdboden abgesägt. Einer Beschreibung nach betrug sein Stammumfang 3,18 m und sein Durchmesser 68 cm in sechs Meter Höhe. Nach Anzahl der Jahresringe wurde das Alter des Baumes auf 109 Jahre geschätzt. Experten hielten es jedoch für akzeptierbar, dass der Haselnussbaum (Corylus colurna) über 600 Jahre aus seinen Wurzeln immer wieder einen neuen Baum wachsen ließ, als sein Stamm austrocknet, wie das auch im Jahre 1935 geschah.  

    Sein Stamm wurde in Scheiben gesägt und als Erinnerungsstück an Institute verschenkt. Sein Wurzelstamm wurde zubetoniert und darauf ein lateinischer Text eingeschnitzt. Die ungarische Übersetzung lautet: „600 Jahre sah ich Schnee und Winde und hörte die singenden Vögel in den Nestern. Ich sterbe nicht, Du siehst mich noch grün. Ich besinge die Zukunft des ewig bestehenden Ungarns“.
    Wer hatte den Baum wohl gepflanzt?  Als Antwort brachte der Lehrer einer Knabenmittelschule in Diósgyõr zwei Legenden aufs Papier. Nach den zwei Legenden hatte die Tochter Maria des Königs Ludwig dem Großen die Haselrute gepflanzt. Ludwig der Große liebte Diósgyör und seine Umgebung wirklich sehr. 15 Jahre sind schriftlich erwähnt, in denen er Wochen sogar Monate mit seiner Familie und Jagdgesellschaft hier verbrachte. Zu seiner Zeit kamen die Türken nach Europa und besetzten 1365 Adrianopel, später erreichten sie auch die Donau und das Städtchen Bodony, heute Viddin. Der König hielt es für äußerst wichtig, die Expansion der Türken zu stoppen. Im Siegesfall wollte er aus Dankbarkeit eine Kirche in Mariazell bauen. Es folgten dann 1369 zwei Feldzüge in die Walachei, an einem nahm er selbst teil. Die Ungarn konnten die Türken besiegen und etwa 60 km südlich von Sofia zurückdrängen. Die Begeisterung erregende Nachricht war von großer Bedeutung. Die Kirche ließ er dann im Jahre 1370 bauen, deren Bilder im Inneren den Sieg des Königs über die Türken zeigen.
    Das Jahr des Sieges war für den König bedeutend, denn die Polen wählten ihn am 17. November 1370 zum König. Anschließend suchte er Diösgyõr mitten im Bükk-Gebirge auf. 1370 wurde auch sein erstes Kind, seine Tochter Maria geboren. Dieses Ereignis diente zum Anlass, auf dem Hof seines Zuhauses in Diósgyõr auf dem Hügel der Vorburg zur Erinnerung an die Geburt seiner Tochter einen Baum zu pflanzen. Der Name Maria ist deshalb in der Legende über das Baumpflanzen festgehalten. Den Setzling des in Diósgyõr als Besonderheit geltenden Haselnussbaums ließ er aus dem Balkan nach Diósgyõr bringen, weil er auch mit dem ungarischen Namen türkischer Haselbaum an den Sieg über die Türken erinnert werden wollte. Maria war 12 Jahre alt als König Ludwig starb. 
    Da war der Haselnussbaum bereits groß, trug Früchte und wurde als Gesetzbaum bezeichnet.   Hier wurden die Befehle erteilt und Urteile an Straftätern vollzogen. Die reformierte Kirche benannte in einem Vergütungsbrief von 1659 den Gesetzbaum als Grenzbaum. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde dieser Ort des Strafvollzugs als „äußeres Forum“ benannt. Mit den körperlichen Züchtigungen hörte man nach 1848 auf, der Gesetzbaum wurde dann mitsamt seinem äußeren Forum vergessen. Ab dieser Zeit sprach man nur über den 600jährigen Haselnussbaum. 
    Die zwei aus Ruten wachsenden Haselnussbäume wurden 1988 für Geschützt erklärt und 1991 erhielten sie auch eine Gedenktafel.

    Der in Miskolc Ausgegrabene Mammutstoßzahn
    Ein riesiger, mehrmals restaurierter Mammutstoßzahn gehört ebenso zur Geschichte von Miskolc und in die stadtgeschichtlichen Ausstellungen, wie die reformierte Kirche, der Glockenturm und Friedhof von Avas. Der Stoßzahn wurde von Gálffy Ignác einem der Gründer des Museums und dem Wissenschaftler-Lehrer József Molnár im Jahre 1900 beim Ausbau des Heizhauses der Ungarischen Staatseisenbahnen in Miskolc ausgegraben.
    Der aus der Eiszeit stammende Fund ist seit der Konservierung das Hauptstück jeder stadtgeschichtlichen oder archäologischen Ausstellung. Die erste Ausstellung wurde 1902 eröffnet und diese konnte bis 1914 besichtigt werden. Der Stoßzahn erhielt unter den ca. dreieinhalbtausend Gegenständen immer einen erstrangigen Platz. Er war später wieder zu sehen und zwar in einem speziell gefertigten Eisenschrank und nicht mal während des Krieges traute man, ihn zu berühren. Nach der ersten Restauration hielt er ein halbes Jahrhundert. Die inneren Veränderungen während dieser Zeit erforderten aber eine neue Analyse und Stabilisierung. 1950 wurde er restauriert und dann war er zwischen 1950 und 1962 in der von Leszih Andor organisierten Ausstellung in einem speziellen Glasschaukasten zu bewundern.  1964 war wieder eine Restaurierung erforderlich, bis 1967 war er im Museumsgebäude in der Papszer (Priesterzeile) bis zum Tragwandeinsturz zu sehen. Den Museumeinsturz hatte er unversehrt überstanden und ruhte dann bis 1974 unter speziellen Umständen in einem Lager. Die Ausstellung Mensch und Arbeit konnte man zwischen 1974 und 1985 besuchen. In der Archäologieabteilung Nr. 1 dieser Ausstellung wurde der Stoßzahn wieder „restauriert“. Die interessanteste Phase für den Stoßzahn war die Zeit zwischen 1985 und 1994. Während fast einem ganzen Jahrzehnt wurde er im Lager aufbewahrt der Luft ausgesetzt, die Konservierung von 1964 war aber so erfolgreich, dass er nicht mal durch diese Umstände zu Schaden kam.   Die Konzeption der im Jahre 1999 eröffneten Ausstellung Miskolcer Jahrhunderte ließ nicht zu, dass er wenigstens als Attraktion gezeigt wird. Diese war die erste geschichtliche Ausstellung in der Stadt, wo er nicht gezeigt wurde. Es ist kein Zufall, dass er von vielen Besuchern vermisst wurde.
    Der „Attraktionsmangel“ dauerte aber nicht lange. Im Jahre 1991 wurde das Zentenarium der Entdeckung der Steinfaustkeile im Bársony- Haus und des Beginns der ungarischen Archäologieforschung gefeiert. In der Ausstellung war zu diesem Anlass das dreieinhalb Meter lange Tierfossil in der Gesellschaft von anderen Stücken ein paar Monate lang wieder zu sehen. 1994 wurde im Museum - neben Geschichte und Ethnographie - die dritte Dauerausstellung eröffnet, die die Ergebnisse der archäologischen Forschungen präsentiert.  Der riesige Mammutstoßzahn konnte dann hier das Zentenarium seiner Fundes und seiner Ausgrabung feiern.

    “Blinzelt, wie Frosch in DER miskolcer Sülze“
    Von den Sprichwörtern von Miskolc wurden solche wie „Blinzelt, wie Miskolcer Sülze“  oder „Blinzelt, wie Frosch in der Miskolcer Sülze“ landesweit bekannt.  Bei der Verbreitung der Sprichwörter spielten nicht nur die mündlichen Überlieferungen sondern auch zwei  Erinnerungsgegenstände eine Rolle.  Der eine ist eine in Miskolc erschienene Karte. Der andere Gegenstand war ein Miskolcer Gedenkteller.  Zwischen den beiden Weltkriegen verbreiteten mehrere Hunderte oder vielleicht auch mehrere Tausende von Gegenständen und Karten die Geschichte über die Sülze.  Ob die Geschichte wahr ist, und ob der Frosch wirklich blinzelte, stellte sich bis heute nicht heraus.  Es nur klar, dass die Miskolcer seit eh und je gerne Sülze essen und sie wurde außer bei Märkten und Messen auch in Kneipen und Restaurants aufgetischt.  Die Sülze gehörte im 18. Jahrhundert zu den häuslichen Speisen auf Märkten und Messen in Miskolc. Die spätere Geschichte, die die Grundlage für die Legende schuf, entstand ein Jahrhundert später und zwar im 19. Jahrhundert.  Ein Frosch sprang in die im Weinkeller erstarrende Sülze rein und blieb auch hier drin sitzen.  Der unaufmerksame Kellner servierte dann die Speise  - als Weinsülze  -  mitsamt Frosch. Der Gast nahm verblüfft aber doch mit Humor zur Kenntnis, dass ihm neben der Schweineklaue auch ein blinzelnder Frosch ins Auge schaut.  Die Geschichte wurde dann in dieser Form von Karten und Geschenkgegenständen verbreitet.
    Die Legende der Sülze wurde vor etwa einem halben Jahrzehnt wieder aufgefrischt.  Die Stadteinwohner und die zur Veranstaltungsserie aus anderen Landesteilen anreisenden Gäste sind jetzt auch vom Sülzenball, Sülzenfestival, Sülzenkochwettbewerb und Sülzenladen begeistert.   

    Die legende der weißen Schlange
    Als sich Tapolca in den 30er Jahren zur Badestadt entwickelte, lebte die Legende wieder auf,  deren Wurzeln in dem jahrhundertealten ungarischen Volksglauben und den Bräuchen zu finden ist.   In dem kristallklaren Quellenwasser sahen die Leute manchmal eine weiße Schlange.  Ein Priester und Ortshistoriker in der Nachbargemeinde schrieb, dass die Leute aus Bõcs sehr oft baden kamen und er Folgendes von ihnen gehört hatte: „Einst half dieses Wasser sehr gegen Krankheiten. Auch meine Eltern waren mal da, sie gingen auch an die Quelle heran und da schwamm eine weiße Schlange herum.“  In den zeitgenössischen Tageszeitungen erschien mehrmals der Aufruf von Hegyaljai Kiss Géza (1893 - 1966) wonach diejenigen, die etwas Ähnliches erfuhren oder Ähnliches hörten, ihm dies an seine  Anschrift in Bõcs mitteilen.  Das Ergebnis kennen wir nicht, nur die diesbezügliche Äußerung eines Miskolcer Naturwissenschaftlers.  Das Existieren der Schlange ist unwahrscheinlich, würde sie existieren, hätten sie auch die gut beobachtenden Wissenschaftler gesehen.  ... „Ich glaube, die Schlange ist durch die Vorstellungskraft des Volkes entstanden, dies kann keine wahre Geschichte sein“.  Die ethnographischen Beschreibungen oder Fachlexika erwähnten damals noch keine weiße Schlange und erzählten nicht über ihre Rolle im Glaubensleben, in der Kunst, Kulturgeschichte der Menschheit oder in mündlichen Überlieferungen mancher Gemeinden. Die Schlange besitzt aber in der Glaubenswelt eine übernatürliche Kraft.
    Hauptsächlich bösartige Handlungen, böse Eigenschaften wurden der Schlange durch die religiöse Phantasie zugeschrieben.  z.B. hat die Schlange Laokoon und seine Söhne erwürgt, Schlangen umkränzen den Haupt der grässlichen Furien und Gorgone und umschlängen ihren Arm.  Die Schlange hat aber auch eine positive Bedeutung. Asklepios wurde sich auf einen Stab stützend, der von einer Schlange umschlungen wird, dargestellt.  Die sich in den eigenen Schwanz beißende ringförmige Schlange weist auf eine Bedeutung dieses mythischen Wesens hin, durch welches Ewigkeit, Universum und Wiederholung des ewigen Umlaufs in der Natur d.h. die Wiederholung der Tage, Monate und Jahreszeiten symbolisiert wird. Die Schlange beißt bei den Römern, entsprechend ihrem Jahresbeginn, am Tag der Wintersonnenwende in den eigenen Schwanz. Es wird etwas ein Ende gesetzt und zugleich ist der Neuanfang da.  Die bekannteste Rolle spielte die Schlange in dem Paradies beim Verführen des ersten Menschenpaars.  Auf Grund der Geschichte des Sündenfalls ist der Schlange auch Symbol der Verführung, des bösen Satans.
    Die weiße Schlange in dem Quellenwasser in Tapolca ist nicht identisch mit der auf dem Eingangstor, auf Möbelstücken und Kochtöpfen, sie ist ihr nur ähnlich.  Während die Schlange hier eine fluch-, schadensabwendende und glücksbringende Rolle spielt, wird sie in der Geschichte über die Quelle ausdrücklich mit heilenden Eigenschaften ausgestattet. Eine heilungsbringende weiße Schlange im Wasser der Heilquelle zu erblicken, bedeutete das Verbinden des Glaubens mit der Wahrheit in der Hoffnung auf die sichere Heilung.  Es sind bereits fast drei Jahrzehnte her, als eine Frau in Görömböly bei einer ethnographischen Erhebung erzählte, dass die weiße Schlange keine Legende ist. Auch sie selbst hat diese in dem kristallklaren Wasser in Tapolca gesehen. Sie schöpfte sich Wasser und trank es und  dies brachte ihr die Heilung.

    Die Legende des Molnár- szikla (Müllerfelsen)
    Wie die Geschichte der reichen Weizenhändler-Familie Bató mit ihrer traurigen Lebensgeschichte zur Legende wurde, so wurde das Kreuz des Müllerfelsens in Hámor ebenso zu Legende, das zahlreiche interessante Geschichten über anderthalb Jahrhunderte entstehen ließ.   Irgendeine Variante der Liebestragödie ist in jedem Reisebuch zu lesen, die sich zwischen dem alten Müller und seiner jungen Frau, dem bösen Vater und seiner hoffnungslos verliebten Tochter, zwischen den reichen und armen Verliebten, dem entschlossenen Mädchen und dem schüchternen  jungen Mann abspielten. Nur der Ausgang ist immer der gleiche: das mit dem Hinunterspringen vom Felsen gebrachte Opfer, d.h.  der Tod.
    Eine Variante der Geschichte ist in einem im Jahre 1928 erschienenen Büchlein zu lesen.  „Auf dem emporragenden Gipfel des Müllerfelsens sieht ein Kreuz in die Tiefe hinunter“.  Gemäß der Volkssage hatte der Müllerjunge auf die hübsche Müllerin ein Auge geworfen, da er keine Gegenliebe fand, sprang er vom Felsen runter und fand einen schrecklichen Tod in der Tiefe. Die Erinnerung an ihn wandert in den Geschichten der Einwohner der Gipfel und Wildnis herum“. Die Hauptfiguren der im Jahre 1936 erschienenen Geschichte sind ebenfalls die Mühle und der Müller.  „Auf dem Weg nach Lillafüred gegenüber der Mühle von Hámor sieht man ein Kreuz auf dem Gipfel der senkrecht emporragenden Felsenwand. Der Volkssage nach wurde  das Kreuz aufgestellt, weil sich der alte Müller in die gähnende Tiefe warf und einen schrecklichen Tod fand, nachdem er erfahren hatte, dass seine Frau ihn betrügt.  Eine andere Geschichte berichtet über die in den Tod flüchtende Liebe zwischen der Tochter  des Walkmüllers und dem armen Müllerjungen. Die vermutlich neueste Geschichte erschien im Jahre 1993 in einer Tageszeitung von Miskolc. Demnach wird von den Ortsansässigen erzählt, dass sich mindestens dreißig Leute vom Gipfel des 50 Meter hohen senkrechten Felsens in die  Tiefe warfen.  Ein ganz junges Liebespaar wird besonders erwähnt, das mit der Absicht auf den Dolka- Gipfel kam, seinem Leben wegen elterlichen Widerstandes zusammen ein Ende zu setzen. Das Mädchen warf sich vom Felsen in die Tiefe, der Junge hat aber einen Schreck gekriegt  und wagte nicht, ihr nachzuspringen.    Er kehrte nach Miskolc zurück, die allgemeine Verachtung trieb ihn aber zurück und auch er sprang vom Felsen“.  Von Generationen zu Generationen wird also die Legende des Müllerfelsens überliefert.  Wie sich die Umgebung verändert, bekommt auch die Geschichte neue „Farbtöne“ und wird neu formuliert.  Die Mühle hat nicht mal ihre Spuren hinterlassen, so werden auch der Müller und seine Tochter nicht mehr erwähnt.   Das Birkenkreuz wurde gegen ein, der Zeit und Witterung trotzendes Eisenkreuz getauscht, das in der Umgebung überall gut zu sehen ist.  Durch den Anblick des Kreuzes wird die Legende in der Phantasie der Menschen wiedererweckt.