Der Vater unserer Geschichtsschreibung ist der namenlose Geschichtsschreiber König Béla III. (1172–1196), der als Anonymus bezeichnet wird. Er erwähnt in seiner Arbeit, die von den Taten der Magyaren (Ungarn) handelt, schon namentlich Miskolc und Diósgyõr (Kern der Stadt ist also die tausendjährige Siedlung).
Aus der Chronik geht hervor, dass die Eroberung von Miskolc und Umgebung in der ersten Phase der Landnahme erfolgt ist. Die früheste Siedlung von Miskolc war das Zentrum der Nachfahren von einem der landnehmenden Anführer (Bors).
Der Stadtname stammt auch von der „Miskóc-Familie”. Schriftlichen Urkunden zufolge hat man schon zur Zeit König Stephans (1001–1038) das benachbarte Tapolca als Begräbnisstätte gewählt. Dort wurden die Mitglieder des Benediktinerordens angesiedelt und man gründete für sie ein Kloster. Die Anhänger von St. Benedikt haben hier eine namhafte Schule gegründet und die Quellen mit den springbrunnenartigen Wasserausstößen haben Besucher versorgt, die sich nach Heilung sehnten. Zu dieser Zeit wurde das älteste kirchliche Baudenkmal von Miskolc – die erste Steinkapelle im romanischen Stil errichtet. In der Umgebung der Kirche auf dem Avas- Berg, die aus dem 13. Jahrhundert stammt, stieß man auf die Reste eines katholischen Friedhofes.
Die Eroberer, die 1241 – 1242 aus den asiatischen Steppen aufbrachen (die Tatarenkriege) haben auch diese Region nicht verschont. Opfer des Mongolensturms wurde auch das Zentrum des Komitats, die Burg von Borsod. Der Überlieferung nach, hat ein Magnat (Ban Ernye) das Leben von König Béla IV. (1235–1270) gerettet. Deshalb hat er das Gebiet von Diósgyõr erhalten, damit er an der Stelle der zerstörten Erdburg eine Steinburg errichtet. Das war das erste Steingebäude und Herrensitz des Geschlechts – man errichtete hier einen prächtigen Burgpalast. Neben der Burg ließ sich der einzige Orden ungarischer Gründung nieder, der Pauliner- Orden.
Die Nachkommen der Miskóc- Dynastie blieben bis 1312 Eigentümer der Burg, dann folgten neue Burgherren. Die Siedlung und ihre Umgebung gelangte im 14. Jahrhundert in die Hände des ungarischen Königs. Miskolc erhielt 1365, von Ludwig I., dem Großen den Rang einer Landstadt. Dieses Oppidum – das heißt der Rang einer Landstadt befugte Miskolc Sonderrechte und Spenden zu empfangen. Die glänzende Hofhaltung hat Händler und Gewerbetreibende nach Miskolc gezogen, denen der Herrscher „zu Lande und zu Wasser“ Steuerfreiheit gewährte. Miskolc hat von dieser Zeit an immer mehr Sonderrechte errungen, es gelangte in den „Blutkreislauf“ von Mitteleuropa hinein.